Saatgut aus der Region für die Region

Die Höfeordnung dient dazu, den Bestand landwirtschaftlicher Familienbetriebe über Generationen zu sichern und die Zersplitterung von Grünland und Ackerflächen zu verhindern. In der Regel erbt das erstgeborene Kind den Hof, alle jüngeren Geschwister müssen sich anderweitig orientieren, wie Otto Weiherer aus Eggenfelden in Niederbayern. Nach beruflichen Umwegen ist der Niederbayer der Landwirtschaft doch erhalten geblieben. Nicht als Betriebsleiter, sondern als Kaufmann: Herr Weiherer betreibt einen Landhandel und ist Vertriebspartner des Saatgutherstellers farmsaat. Als farmpartner betreut er rund 160 Betriebe. Eine Aufgabe, mit der sich Herr Weiherer nicht zuletzt wegen der Produkt- und Unternehmensphilosophie des Unternehmens mit Züchtungsstandort im bayrischen Osterhofen voll identifizieren kann und die sich für ihn allmählich zu einem zweiten Standbein entwickelt.

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Der „farmsaat-Weg“: Vom Züchter über den FarmPartner zum Landwirt

Vor fünf Jahren wollte es der Zufall, dass sich der damalige Regionenleiter der farmsaat AG telefonisch bei Herrn Weiherer meldete. Nach anfänglicher Skepsis willigte Herr Weiherer in ein persönliches Gespräch ein. Bei einem Besuch in Eggenfelden erklärte der Regionenleiter das, was Herr Weiherer heute den „farmsaat-Weg“ nennt. „Vom Züchter über uns zum Landwirt“, sagt Herr Weiherer, „das Saatgut wird in Niederbayern zwischen Aldersbach und Osterhofen – also ganz in der Nähe – in klassischer Form ohne Einsatz von Gentechnik gezüchtet. Das bedeutet Saatgut aus der Region für die Region!“ Dann erfolge die Vermarktung im Direktvertrieb, zwischen ihm und dem Maiszüchter stehe kein Großhändler mehr, sodass das Saatgut zu einem sehr attraktiven Preis angeboten werden könne, sagt Herr Weiherer. Einziger Nachteil – da nimmt Herr Weiherer kein Blatt vor den Mund – sei der niedrige Bekanntheitsgrad von farmsaat gegenüber multinationalen Konzernen gewesen, die freilich mit viel größerer Marktmacht, Produktpräsenz und Kommunikationsdruck auf den Markt einwirken könnten. Diesen Rückstand galt es für Herrn Weiherer fortan durch Engagement, Kontaktstärke und persönliche Beratung auf Augenhöhe wettzumachen. „Weil mich die Bauern gut kannten, bekam ich einen Vertrauensvorschuss“, berichtet der 55-Jährige aus den Anfängen. „Die ersten haben dann gesagt: Wir probieren das Saatgut, nehmen ein paar Säcke ab und starten einen Versuch.“ Das sei dann von Jahr zu Jahr mehr geworden. „Weil die Qualität überzeugen konnte und der Preis eine kleine Idee günstiger ist, als bei der Konkurrenz – das hat gezogen!“

Qualität und Preis als einzige Gründe für seinen Vermarktungserfolg stehen zu lassen, würde aber bei aller Bescheidenheit der Beratungsleistung des 55-Jährigen nicht gerecht, denn auch die macht für viele seiner Kunden den Unterschied. Herr Weiherer ist ein Kind der Region und kennt die Ansprüche, die Böden und Klima an das Saatgut stellen, genau. Auch die strukturelle Entwicklung der Landwirtschaft im Landkreis Rottal-Inn, einer traditionellen Rindviehregion, in der innerhalb der vergangenen zehn Jahre mehr als 80 Biogasanlagen gebaut wurden, kennt Herr Weiherer aus der Nahperspektive. „Im Allgemeinen haben wir hier schwere Böden und ein gemäßigtes Klima mit circa 850 Milliliter Niederschlag“, führt der Agrarkaufmann aus. „Im Besonderen aber ist es bei uns bis ins Frühjahr relativ kühl. Bis Mitte Mai bestehe die Gefahr von Bodenfrösten, deshalb seien Kältetoleranz und Frühentwicklung entscheidende Kriterien bei der Auswahl des Saatgutes. Da sei die Eigenschaft „Saatgut aus niederbayrischer Züchtung“ schon ein Argument.