
Hybridroggen
Ein zukunftssicherer Ethanol-Rohstoff von E10 bis E20
In Europa ist die Ethanolproduktion aus Getreide eine wachsende Quelle erneuerbarer Kraftstoffe. Der heutige Standard für Ethanol ist E10; voraussichtlich wird er ab 2028 auf E20 steigen.*
Roggen wird bereits in der europäischen Ethanolproduktion in einem identischen Verfahren wie Weizen verwendet. Stärke wird in einem dreistufigen Prozess in fermentierbare Zucker umgewandelt – Verzuckerung, Fermentation und Destillation.
Die Ethanolfraktion wird für erneuerbare Kraftstoffe verwendet, während die verbleibenden Feststoffe zu DDGS (Dried Distillers Grains with Solubles- Getrocknete Destillationsrückstände mit löslichen Bestandteilen) als Tierfutter verarbeitet werden.
Die Vorteile von Hybridroggen
Roggen bietet im Vergleich zu Weizen, Triticale oder Gerste als Rohstoff für Ethanol entscheidende Vorteile.
- Reduzierte SCOPE 3**-Emissionen:
Hybridroggen verbraucht rund 100 kg/ha weniger Stickstoff als Weizen und benötigt 20–25 % weniger Wasser pro Tonne. - Geringerer Proteingehalt:
Hybridroggen enthält 2–3 % weniger Rohprotein als Weizen – Protein spielt bei der Ethanolproduktion keine signifikante Rolle. - Hoher und konstanter KG/HL-Wert:
Hybridroggen weist einen ähnlichen KG/HL-Wert wie Winterweizen auf und liegt auch über dem von Gerste oder Triticale typischen Bereich für KG/HL:- Winterweizen: 72–82 KG/HL
- Hybridroggen: 76–79 KG/HL
- Winter-Triticale: 69–73 KG/HL
- Wintergerste: 68–72 KG/HL
Ein gleichbleibendes KG/HL-Verhältnis ist ein direkter Vorteil für die Anlagenauslastung bei Lagerbeständen von Tausenden Tonnen, wie sie typischerweise in der Ethanolproduktion vorkommen. Ein niedriges KG/HL-Verhältnis kann die CO₂-Emissionen über einen einjährigen Produktionszyklus negativ beeinflussen und die Qualitätsschwankungen erhöhen.
*Quelle: EU-ETS 2 (Emissionshandelssystem 2)
**Quellen: SBTi (Science Based Targets Initiative) Corporate Net-Zero Standard, SBTi FLAG Guidance. Globale Treibhausgasemissionen (THG) aus der Getreideproduktion, einschließlich, aber nicht beschränkt auf Lachgas ( N₂O ), hauptsächlich aus der Verwendung von Stickstoffdüngern, und Kohlendioxid (CO₂), das durch Energieverbrauch in der Landwirtschaft und Landnutzungsänderungen freigesetzt wird.