
SAF
Sustainable Aviation Fuel
SAF ist eine vergleichsweise neue Innovation im kommerziellen Flugverkehr, bei der erneuerbare Kraftstoffe mit dem bestehenden IATA*-JET-A1-Kerosin gemischt werden.
Sustainable Aviation Fuel (SAF) – Chancen für die Landwirtschaft
Sustainable Aviation Fuel (SAF) gilt als einer der wichtigsten Hebel zur Reduktion von CO₂-Emissionen im Luftverkehr. Die Lufthansa Group setzt verstärkt auf SAF, um ihre Klimaziele zu erreichen, und treibt gemeinsam mit Partnern wie der HCS Group den Ausbau regionaler Produktionskapazitäten in Deutschland voran.
Was ist SAF?
SAF ist ein nachhaltiger Flugkraftstoff, der aus erneuerbaren Rohstoffen hergestellt wird. Dazu zählen unter anderem:
- Reststoffe aus der Landwirtschaft (z. B. Stroh, Ernterückstände)
- Pflanzenöle und -fette
- Abfälle aus der Lebensmittelproduktion
Im Vergleich zu fossilem Kerosin kann SAF die CO₂-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus hinweg deutlich reduzieren.
Bedeutung für Landwirte
Die steigende Nachfrage nach SAF eröffnet neue Perspektiven für die Landwirtschaft:
- Zusätzliche Einnahmequellen: Landwirtschaftliche Reststoffe und Nebenprodukte gewinnen an wirtschaftlichem Wert.
- Neue Anbauoptionen: Energiepflanzen oder spezielle Rohstoffe für SAF könnten künftig stärker nachgefragt werden.
- Regionale Wertschöpfung: Projekte wie „SAF Made in Germany“ fördern lokale Produktionsketten und stärken die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Industrie und Energiebranche.
- Langfristige Partnerschaften: Kooperationen mit Unternehmen entlang der SAF-Wertschöpfungskette bieten Planungssicherheit.
Aktuelle Entwicklungen
Die Lufthansa Group hat gemeinsam mit der HCS Group eine Absichtserklärung (Letter of Intent) zur Produktion und Lieferung von SAF aus Deutschland unterzeichnet. Ziel ist es, nachhaltigen Flugkraftstoff regional zu produzieren und so Transportwege sowie Emissionen weiter zu reduzieren.
Fazit
SAF verbindet Klimaschutz mit wirtschaftlichen Chancen für die Landwirtschaft. Durch die Nutzung von Reststoffen und den Aufbau regionaler Lieferketten können Landwirte aktiv zur Dekarbonisierung des Luftverkehrs beitragen – und gleichzeitig von einem wachsenden Zukunftsmarkt profitieren.
FAQ
Ist SAF Net-Zero?
SAF basiert auf nicht-fossilen Rohstoffen aus Pflanzen, die während ihres Wachstums- und Erntezyklus CO₂ aus der Atmosphäre aufgenommen haben. Diese biogenen Rohstoffe werden zu nachhaltigem Flugkraftstoff verarbeitet. Das bei der Verbrennung im Flugverkehr freigesetzte CO₂ entspricht der zuvor gebundenen Menge und führt somit nicht zu einer zusätzlichen Freisetzung fossilen Kohlenstoffs.
Wie viel SAF kann mit JET A1 Kerosin gemischt werden?
Derzeit liegt der Beimischungsanteil von SAF bei unter 1 %. Die Technologie für zukünftige Beimischungen von bis zu 50 % und darüber hinaus ist jedoch bereits vorhanden. Die tatsächliche Umsetzung hängt von regulatorischen Rahmenbedingungen, Kraftstoffqualitäts- und Sicherheitsanforderungen sowie insbesondere von einer ausreichenden und kontinuierlichen Verfügbarkeit von SAF ab.
Europäische Fluggesellschaften haben sich im Einklang mit dem EU-Emissionshandelssystem „ETS2“ zum Ziel gesetzt, bis 2030 einen SAF-Anteil von bis zu 5 % beizumischen.
Was sind die aktuellen Quellen für SAF?
Der Produktionsprozess hängt von der Art des verwendeten Rohstoffs ab. Bei ölbasierten Rohstoffen sind die häufigsten Quellen Ölpflanzen wie Senf, Sonnenblumen, Raps oder importiertes POME (Palmölmühlenabwasser). Diese Abfall- oder Nicht-Lebensmittelöle werden über den HEFA-Prozess (Hydroprocessed Esters and Fatty Acids) in SAF umgewandelt.
Für stärkebasierte Rohstoffe kommen vor allem Getreidearten wie Mais (über Maisethanol) oder Wintergetreide wie Roggen, Triticale, Gerste und Weizen (über Weizenethanol) zum Einsatz. Diese werden mittels des ATJ-Verfahrens (Alcohol to Jet) in SAF umgewandelt.
Welche Chancen bieten sich für Landwirte?
SAF aus öl- oder stärkebasierten Rohstoffen eröffnet einen neuen, nachhaltigen und skalierbaren Markt. Landwirte sollten darauf achten, dass sie nicht mit der Produktion von Futterpflanzen konkurrieren, ohne dabei die Landnutzung zu erhöhen. Zudem sollten sie prüfen, inwieweit sie die Nachhaltigkeit des Anbaus ihrer potenziellen Rohstoffe zertifizieren lassen können.
*Quellen: International Air Transport Association, EU „ETS2“ (Emissionshandelssystem)