
SAF
Sustainable Aviation Fuel
SAF ist eine vergleichsweise neue Innovation im kommerziellen Flugverkehr, bei der erneuerbare Kraftstoffe mit dem bestehenden IATA*-JET-A1-Kerosin gemischt werden.
FAQ
Ist SAF Net-Zero?
SAF basiert auf nicht-fossilen Rohstoffen aus Pflanzen, die während ihres Wachstums- und Erntezyklus CO₂ aus der Atmosphäre aufgenommen haben. Diese biogenen Rohstoffe werden zu nachhaltigem Flugkraftstoff verarbeitet. Das bei der Verbrennung im Flugverkehr freigesetzte CO₂ entspricht der zuvor gebundenen Menge und führt somit nicht zu einer zusätzlichen Freisetzung fossilen Kohlenstoffs.
Wie viel SAF kann mit JET A1 Kerosin gemischt werden?
Derzeit liegt der Beimischungsanteil von SAF bei unter 1 %. Die Technologie für zukünftige Beimischungen von bis zu 50 % und darüber hinaus ist jedoch bereits vorhanden. Die tatsächliche Umsetzung hängt von regulatorischen Rahmenbedingungen, Kraftstoffqualitäts- und Sicherheitsanforderungen sowie insbesondere von einer ausreichenden und kontinuierlichen Verfügbarkeit von SAF ab.
Europäische Fluggesellschaften haben sich im Einklang mit dem EU-Emissionshandelssystem „ETS2“ zum Ziel gesetzt, bis 2030 einen SAF-Anteil von bis zu 5 % beizumischen.
Was sind die aktuellen Quellen für SAF?
Der Produktionsprozess hängt von der Art des verwendeten Rohstoffs ab. Bei ölbasierten Rohstoffen sind die häufigsten Quellen Ölpflanzen wie Senf, Sonnenblumen, Raps oder importiertes POME (Palmölmühlenabwasser). Diese Abfall- oder Nicht-Lebensmittelöle werden über den HEFA-Prozess (Hydroprocessed Esters and Fatty Acids) in SAF umgewandelt.
Für stärkebasierte Rohstoffe kommen vor allem Getreidearten wie Mais (über Maisethanol) oder Wintergetreide wie Roggen, Triticale, Gerste und Weizen (über Weizenethanol) zum Einsatz. Diese werden mittels des ATJ-Verfahrens (Alcohol to Jet) in SAF umgewandelt.
Welche Chancen bieten sich für Landwirte?
SAF aus öl- oder stärkebasierten Rohstoffen eröffnet einen neuen, nachhaltigen und skalierbaren Markt. Landwirte sollten darauf achten, dass sie nicht mit der Produktion von Futterpflanzen konkurrieren, ohne dabei die Landnutzung zu erhöhen. Zudem sollten sie prüfen, inwieweit sie die Nachhaltigkeit des Anbaus ihrer potenziellen Rohstoffe zertifizieren lassen können.
*Quellen: International Air Transport Association, EU „ETS2“ (Emissionshandelssystem)