Futtermais düngen: Welche Nährstoffe in welchem Entwicklungsstadium wichtig sind

Futtermais korrekt düngen

Maisdüngung für eine erfolgreiche Maisernte (Bild: stock.adobe.com – Countrypixel)

Damit Mais erfolgreich und kräftig wachsen kann wird Wärme, Licht und Wasser benötigt. Zusätzlich schafft eine standort- und ertragsgerechten Düngung die ideale Grundlage für ertragsreiche Maispflanzen.

Futtermais zeichnet sich in seiner Entwicklung dadurch aus, dass nach einem zögerlichen Jugendstadium durch den Einsatz von hochwertigem Maissaatgut ein sehr intensives Massenwachstum einsetzt.

Eine bedarfsgerechte Maisdüngung muss dies nicht nur berücksichtigen, sondern auch die daraus resultierenden Anforderungen an Verfügbarkeit, Menge und Platzierung von wichtigen Pflanzennährstoffen erfüllen.

Düngung von Futtermais in unterschiedlichen Entwicklungsstadien

Düngung im Jugendstadium

Im Jugendstadium wird der Nährstoffbedarf der Maispflanze komplett aus der Saatreihe gedeckt. Um das Wurzelwachstum zu fördern, kann Phosphor und Stickstoff enthaltender Unterfußdünger eingesetzt werden. Ist allerdings der Versorgungsgrad des Bodens sehr hoch, kann es dazu kommen, dass die Nährstoffe unnötig angesammelt werden. In diesen Fällen kann die Unterfußdüngung in manchen Jahren auch ausgesetzt werden.

Düngung ab dem 6- bis 8-Blattstadium

Erst ab dem 6- bis 8-Blattstadium nimmt Futtermais Nährstoffe in nennenswerter Menge auf. Dazu gehören vor allem Kalium, Stickstoff, Phosphor und Magnesium.

Kalium

Kalium hat einen wichtigen Einfluss auf den Wasserhaushalt der Maispflanze. Ist der Futtermais gut mit Kalium versorgt, weist er einen einen ausgewogenen Wasserhaushalt auf, was sich positiv auf die Dürre- und Kälteresistenz der Pflanzen auswirkt. Darüber hinaus fördert Kalium die Kohlenhydratausbildung, die wichtig ist für die Kornfüllung und Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Die Kaliumversorgung sollte vor allem auf leichteren Böden nicht vernachlässigt werden. Im Gegensatz zu Lehm- und Tonböden ist das Nachlieferungsvermögen für Kalium hier niedriger.

Stickstoff

Über den gesamten Wachstums- und Reifeprozess hinweg benötigt Futtermais Stickstoff. Der Hauptbedarf setzt ca. 3 Wochen vor dem Rispenschieben mit dem Beginn der intensiven Trockenmassebildung ein. Sofern bereits Stickstoff im Rahmen der Unterfußdüngung in den Boden eingebracht wurde, erfolgt mit dem 6- bis 8-Blattstadium meist die zweite Stickstoffdüngung. Da die Pflanzen aber auch den organisch im Boden gebundenen Stickstoff aufnehmen, sollte die Stickstoff-Düngung nicht übertrieben werden. Ansonsten kann es beispielsweise zu einem zu starken Massenwachstum, einer verringerten Standfestigkeit, verzögerten Abreife und somit generell zu einer minderen Qualität der Maispflanze kommen.

Phosphor

Phosphor spielt nicht nur während der Jugendentwicklung der Maispflanze eine Rolle. Auch für die Blüte, Fruchtbildung und Stärkeeinlagerung in das Korn benötigt die Pflanze Phosphor als Energielieferanten. Der Bedarf an Phosphor richtet sich nach dem Phosphatgehalt im Boden, den Standort- und Anbaubedingungen sowie nach dem erwarteten Ertrag. Welcher Wert letztlich angesetzt wird ist vom Bundesland abhängig und muss bei der zuständigen Behörde in Auskunft gebracht werden.

Magnesium

Im Vergleich zu den anderen genannten Nährstoffen benötigt Futtermais nur wenig Magnesium. Dennoch erfüllt der Nährstoff wichtige Funktionen bei der Photosynthese und beim Energie-, Eiweiß- sowie Kohlenhydratstoffwechsel. Leichtere bzw. sandige Böden haben ein geringes Nachlieferungsvermögen. Viehhaltende Betriebe können den Boden mit Magnesium durch die Ausbringung von Gülle anreichern. Alternativ kann der Bedarf an Magnesium zum Beispiel über magnesiumhaltige Kalke oder Kieserit gedeckt werden.

Bis zum Ende der Blüte der Maispflanze werden 100 % des Kaliums, 85 % des Stickstoffes und ca. 75 % Phosphor von der Pflanze assimiliert. Im Zeitraum der Kornreife werden die übrigen 25 % Phosphor eingelagert.

Organische Düngung von Futtermais

Insbesondere Silomais wird dort kultiviert, wo er in Viehbetrieben oder Biogasanlagen verwertet werden kann. In diesen Betrieben fallen wiederum hohe Mengen an Gülle bzw. Gärsubstrat an, welche dem Mais wieder als organische Düngung zugeführt werden können. Dabei ist es jedoch wichtig, den Gehalt, die Zusammensetzung sowie die Wirkung der Gülle zu kennen. Zwar dürfen Faustzahlen für die Bedarfsermittlung der Düngung mit Gülle herangezogen werden, doch ist für eine gezielte Düngung eine Analyse der Gülle zu empfehlen.

Der Zeitpunkt der Gülleausbringung sollte möglichst nah am Aussaatzeitpunkt des Maissaatgutes liegen. Zudem sollte die Gülle direkt eingearbeitet werden, um so gasförmigen Verlusten vorzubeugen. Sofern die Gülle sofort zwischen den Reihen eingearbeitet wird, kann sie auch nach der Aussaat oder gar in den wachsenden Bestand ausgebracht werden. Dies hilft, Ammoniakverluste zu vermeiden.

Kalkversorgung des Bodens

Für den Anbau von Futtermais sollte die Kalkversorgung ausgewogen sein. Optimalerweise sollte der pH-Wert je nach Art des Bodens und Humusgehaltes zwischen 5,0 und 7,0 liegen. Ist der Boden mit Kalk unterversorgt, nimmt auch die Verfügbarkeit der Hauptnährstoffe ab. Im Falle einer Überversorgung sind Phosphor, Zink, Kupfer, Bor und Mangan aufgrund geringerer Löslichkeit nur eingeschränkt verfügbar. Sowohl eine Unterversorgung als auch Überversorgung mit Kalk kann deutliche Ertragseinbußen nach sich ziehen.

Böden mit einer zu niedrigen Kalkversorgung sollten gekalkt werden. Dies hat auch den Vorteil, dass sich die Bodenstruktur verbessert, was sich wiederum günstig auf den Luft- und Wasserhaushalt auswirkt. Zudem wird dadurch die Bodenerwärmung gefördert, welche insbesondere für die Jugendentwicklung der Maispflanzen wichtig ist.

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