Soja ernten: Zeitpunkt, Drusch und Vermeidung von Ernteschäden

Von Mitte September bis Oktober findet in der Regel die Soja-Ernte statt. In warmen Lagen ist mitunter auch eine Ernte Anfang September möglich. Eine verspätete Ernte der Sojabohnen im Oktober ist nicht zu empfehlen, da das Risiko einer Ernte unter nassen Witterungsbedingungen ab Oktober deutlich steigt. Mit jeder Wiederbefeuchtung des Bestandes sinkt die Qualität der Bohnen und Pilzinfektionen werden wahrscheinlicher. Hinzu kommt, dass eine nasse Ernte weit weniger sauber und mit hohen Trocknungskosten für die spätere Lagerung verbunden ist.

Hinweise zum Drusch der Sojapflanzen

Sojaernte: Soja ernten leicht gemacht

Für einen möglichst hohen Ernteertrag sollten gewissen Punkte bei der Sojaernte beachtet werden. (Bild: stock.adobe.com – Dusan-Kostic)

Ideal für den Drusch ist eine Kornfeuchte von 14 bis 20 %. Liegt sie aufgrund besonders trockener und warmer Witterung sogar bei unter 12 %, kann erheblicher Bruch nur durch den Einsatz von optimaler Druschtechnik und der richtigen Dreschereinstellung vermieden werden. Besonders für Speisesoja und Saatgut ist Bruch nachteilig. Deshalb kann hier schon bei ca. 16 % mit der Ernte begonnen werden.

Liegt die Kornfeuchte außerhalb des Idealbereichs von 14 bis 20 %, ist nach oben hin der Drusch auch noch bis über 30 % möglich. Empfehlenswert ist dies jedoch nicht, da schon bei einer Kornfeuchte von 25 % sowohl die Bewegung als auch die Reinigung und Trocknung der Bohnen nur sehr aufwendig und langsam realisiert werden können. Täuschen lassen darfst du dich jedoch nicht: Da Sojabohnen viel Öl enthalten, können sie feucht erscheinen, obwohl sie eigentlich trocken sind.

In nahezu allen reifen Sojabeständen können grüne und folglich noch nicht ausgereifte Hülsen ausfindig gemacht werden. Dies kommt vor allem an heterogenen Standorten vor, wo der Pflanzenbestand stellenweise zeitverzögert abreift. In diesem Fall ist es nicht zu empfehlen zu warten, bis auch die letzten grünen Hülsen erntereif sind. Besser ist es, die grünen Hülsen mit abzuernten, da diese Hülsen nicht alle ausgedroschen werden. Falls doch ein paar grüne Hülsen mit im Erntegut sind, werden sie entweder über das Obersieb gefiltert und trocknen später im Silo mit ein.

Schäden an den Sojabohnen bei der Ernte für eine gute Einlagerung vermeiden

Sojabohnen haben eine sehr empfindliche Samenschale – großkörnige Sorten sogar noch mehr als kleinkörnige. Dies hat besonders in Bezug auf die Erhaltung der Keimfähigkeit zur Folge, dass Sojabohnen vergleichsweise schlecht lagerfähig sind. Ist die Kornfeuchte gering und die mechanische Belastung hoch, kann es zu folgenden Schäden am Erntegut kommen:

  • Unsichtbare Verletzungen (Mikrorisse) bzw. sichtbare Risse der Samenschale
  • Abplatzen der Samenschale
  • Bruch der Sojabohnen

Diese Schäden führen dazu, dass Luft in das Innere der Bohnen eindringt, woraufhin es zu einem Fettverderb kommt und die Bohnen ihre Keimfähigkeit verlieren. Aus diesem Grund ist es für eine gute Lagerung der Sojabohnen wichtig, bei allen Prozessen während der Ernte Schalenverletzungen möglichst zu vermeiden. Zu achten sind vor allem auf folgende Risikofaktoren:

  • Mähdrusch
  • Fördersysteme
  • Fallhöhen
  • Trocknung

Um diese Risikofaktoren zu umgehen, sollte zunächst möglichst schonend gedroschen werden. Hier kommt es auf die passende Technik und die richtigen Einstellungen an. So sind zum Beispiel ein Flexschneidwerk oder eine Windhaspel für die Soja-Ernte besonders zu empfehlen. Flexschneidwerke sind zu bevorzugen (grade auf etwas unebener Fläche oder leichten Hanglagen), da diese möglichst tief über den Boden gleiten und somit auch die tief sitzenden Schoten mit ernten. Bei der Schotenansatzhöhe gibt es große Unterschiede bei den Sorten. Bei einem sehr niedrigen Schotenansatz können hohe Ernteverluste durch zurückblebende Schoten auf der Fläche entstehen.

Bei Fördersystemen sollte ebenfalls darauf geachtet werden, dass sie schonend mit den Sojabohnen umgehen. Förderschnecken sind daher zu vermeiden. Sollten sie doch zum Einsatz kommen, dann sollten diese wenigstens unter Volllast und mit niedriger Drehzahl genutzt werden. Kettenförderer sind im Vergleich deutlich besser. Das Optimum stellen Förderbänder dar.

Nicht zuletzt kann es auch während des Trocknungsprozesses zu Schalenverletzungen und Bruch kommen. Hiergegen hilft nur, hohe Temperaturen bei der Trocknung zu vermeiden und für ausreichend relative Luftfeuchte zu sorgen. Zudem sollte die Trocknungsluft möglichst nie weniger als 55 % Luftfeuchtigkeit aufweisen. Am besten ist es daher, mit höchstens leicht erwärmter Außenluft die Sojabohnen zu trocknen.

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